Das KochJournal stellt vor

www.kochjournal.at hat Frau Bianca Wohlgemuth zum Interview gebeten.
Sie war die erste und einzige österreichische bzw. steirische Teilnehmerin bei "Das große Backen" auf Sat 1.

KJ: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich für diese Show zu bewerben?
BW: Ich habe diese Show vorher schon gesehen und habe zu mir gesagt, das kannst Du auch und vielleicht sogar besser. Mein Freund hat mich zusätzlich angestachelt, indem er sagte, das traust Du Dich ja eh nie! Das wollte ich aber nicht auf mir sitzen lassen. Gesagt, getan, bald darauf habe ich eine Mail an Sat.1 geschickt. Bald darauf erhielt ich ein Bewerbungsformular. Sorgfältig ausgefüllt ging dieses retour an Sat.1, und bald darauf erhielt ich einen Anruf aus Deutschland, dass ich am Auswahlverfahren in München teilnehmen konnte. Von 1000 Bewerbungen war ich unter den glücklichen 90, die am "Back Casting" teilnehmen durften.

KJ: Was mussten Sie dafür machen?
BW: Ich musste eine Torte nach eigenem Rezept backen und mit nach München nehmen. Natürlich legte ich mich mächtig ins Zeug, um mit meiner Torte Eindruck zu machen. Diese setzte sich aus einem Haselnussboden mit Kastanien-Schokomousses, innen drinnen mit Kirschgelee und Walnussbaiser zusammen. Verkostet wurde sie unter anderen von einem Konditormeister und als "beste Torte ever", die je von einer Hobbybäckerin bei einer Backshow präsentiert wurde, hervorgehoben.

KJ: Wie ist das Auswahlverfahren weitergegangen?
BW: Von den 90 Eingeladenen wurden 45 ausgewählt , und ich war dabei! Die Freude war groß, aber kurz, denn noch am gleichen Tag mussten wir unsere Backkünste unter Beweis stellen.
Wir bekamen den Auftrag, eine Donauwelle herzustellen, für die wir genau 90 Minuten Zeit hatten. Ich war sehr aufgeregt, aber ich wollte unbedingt weiterkommen! Auf los ging's los, das Rezept lesen, die Utensilien und die Ingredienzen zusammensuchen, nichts vergessen! Exakt nach 90 Minuten war es vorbei, nichts ging mehr.

KJ: Wie ist die Donauwelle geworden?
BW: Zum Glück ist das Rezept "aufgegangen" im wahrsten Sinn des Wortes. Ich finde, die Mehlspeise ist mir ganz gut gelungen.

KJ: Was ist danach geschehen?
BW: Erfahren haben wir erst einmal nichts. Wir durften nun unsere Sachen zusammenpacken und nach Hause fahren. Uns wurde nur gesagt, dass von den 45 nur mehr zehn Teilnehmer für die nächsten Shows übrigbleiben und dass wir in ca. zwei Wochen telefonisch Bescheid bekommen würden.

KJ: Waren Sie überzeugt, in der Endauswahl dabei zu sein?
BW: Das war wirklich eine Achterbahn der Gefühle. Einmal war ich total überzeugt, dann wieder dachte ich, das wird nix mehr.

KJ: Wie war es dann als der Anruf aus Deutschland kam?
BW: "Du bist im Zelt", sagte man mir am Telefon. Das bedeutete, ich war dabei! Ich habe geweint, geschrien und gelacht gleichzeitig. Es war unglaublich!

KJ: Warum im Zelt?
BW: Tatsächlich wurde ein großes Zelt mit den Backstationen aufgebaut , und zwar in Berlin.

KJ: Wie ist nun die weitere Zeit im Zelt für Sie verlaufen?
BW: Unser Auftrag war es, zehn Rezepte auszuarbeiten. Jedes Mal ist ein Teilnehmer ausgeschieden, bis nur noch zwei übriggeblieben sind. Das war ich und mein deutscher Mitbewerber.

KJ: Ist Ihnen beim Backen immer alles gelungen?
BW: Oh nein! Gerade die Salzburger Nockerln sind nicht so geworden, wie ich mir das vorgestellt habe. Das war ja ein von mir ausgewähltes Rezept, das war nicht so toll. Wir hatten ja immer den Auftrag, ein von uns erwähltes Rezept und ein unbekanntes Rezept zu realisieren.
Doch die meisten Backwerke sind mir gelungen und ich wurde in der gesamten Zeit dreimal zur "Bäckerin der Woche" gekürt.

KJ: Was haben Sie im Finale gebacken?
BW: Im Finale habe ich eine Hochzeitstorte hergestellt.

KJ: Nun verraten Sie uns und unseren Besuchern, welchen Platz Sie errungen haben
BW: Mein deutscher Mitbewerber wurde bester Hobbybäcker und ich wurde zur besten weiblichen Hobbybäckerin ernannt.

KJ: Was würden Sie als Resümee über diese Zeit sagen?
BW: Ganz klar, das war das Erlebnis meines Lebens. Es war eine große Selbsterfahrung, ich habe viel über mich gelernt. Diese Zeit ist für mich unvergesslich, sie hat mich sowohl persönlich als auch beruflich weitergebracht.

KJ: Was sind nun Ihre weiteren beruflichen Schritte?
BW: Ich bin soeben dabei, auf dem zweiten Bildungsweg meine Konditorausbildung abzuschließen. Danach werde ich die notwendige Praxis in einem Unternehmen absolvieren, um im Anschluss die Meisterprüfung als Konditorin abzulegen.
Darüberhinaus werde ich im Herbst 2018 mein Koch-Backbuch auf den Markt bringen.

KJ: Was würden Sie am beruflich am liebsten tun?
BW: Ich möchte anderen Menschen etwas beibringen, sie unterrichten, ihnen die Freude am Backen vermitteln und sie dafür begeistern. Die Menschen sollen auf jeden Fall danach glücklich nach Hause gehen.

KJ: Was ist denn nun Ihre ganz persönliche Lieblingsmehlspeise?
BW: Die Apfelmustorte esse ich am allerliebsten.

KJ: Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg!

Persönliches: Bianca Wohlgemuth, 30, wohnt mit ihrem Partner im Bezirk Graz-Umgebung. Sport und Bewegung stehen in der Freizeit auch auf dem Programm. Die Erfolgsfrau hat bereits zwei berufliche Ausbildungen abgeschlossen.


links Lydia vom KJ, rechts Bianca Wohlgemuth