2018 einzählen

 

Silvester - kochjournal.at
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  Ich schreibe diese Zeilen in den letzten Stunden des scheidenden bösen Jahres. Das neue steht vor der Türe. Möge es weniger grausam sein als sein Vorgänger! Ich spende meine wehmütigsten Glückwünsche zum Neujahr über den Rhein. Ich wünsche den Dummen ein bißchen Verstand und den Verständigen ein bißchen Poesie. Den Frauen wünsche ich die schönsten Kleider und den Männern sehr viel Geduld. Den Reichen wünsche ich ein Herz und den Armen ein Stückchen Brot. Vor allem aber wünsche ich, dass wir in diesem neuen Jahr einander so wenig als möglich verleumden mögen.

Von Heinrich Heine (1797 - 1856, deutscher Schriftsteller, Dichter und Journalist) aus "Schriften über Frankreich".

(War Heinrich Heine auch schon auf Facebook, Twitter und Co vertreten, es klingt aktuell, Anm. der Redaktion).

 

Silvester - kochjournal.at
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  Jeder wünscht sich ein langes Leben,
seine Kisten voller Geld,
Wiesen, Wälder, Äcker, Reben -
Klugheit, Schönheit, Ruhm der Welt,
doch wenn alles würde wahr,
was man wünscht zum Neuen Jahr,
dann erst wär' es um die Welt,
glaubt es - jämmerlich bestellt.

Lebten alle tausend Jahre,
was gewönnen wir dabei?
Kahle Köpfe, graue Haare
und das ew'ge Einerlei!
Im erschrecklichen Gedränge
ungeheurer Menschenmenge
würden Stadt und Hof zu enge
und die ganze Welt zu klein.
Niemand könnte etwas erben,
denn es würde keiner sterben;
und wer möchte Doktor sein?

Auszug aus einem Gedicht von Heinrich Zschokke (1771-1848, deutsch-schweizerischer Schriftsteller und Politiker)






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